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1.71 Bei den Eigenleistungen nicht überschätzen – Nachfinanzierungen sind sehr teuer

Bei den Eigenleistungen nicht überschätzen – Nachfinanzierungen sind sehr teuer

Der Bau eines eigenen Hauses ist ein Vorhaben, welches präzise Planung erfordert und darüber hinaus auch in finanzieller Hinsicht eine große Herausforderung darstellt. Wer handwerkliches Geschick besitzt, kann dabei durch Eigenleistungen die Kosten senken und somit das Eigenkapital entsprechend erhöhen. Trotzdem sollte man bei der Kalkulation der eigenen Möglichkeiten sehr vorsichtig agieren, denn Arbeiten am eigenen Haus sind sehr zeitaufwendig. Wer also selbst Hand anlegen möchte, muss dies im Regelfall neben seiner Erwerbsarbeit tun, was das Zeitbudget erheblich einschränkt. Eine zu großzügige Auslegung kann jedoch teuer werden, weil in einem solchen Fall eine Nachfinanzierung fällig wird, die hohe Zinskosten mit sich bringt. Nachfolgend wird deshalb aufgezeigt, was eine Nachfinanzierung ist und wann diese genau erforderlich wird.

Was ist eine Nachfinanzierung?

Bei einer Nachfinanzierung handelt es sich um einen zusätzlichen Baukredit, der immer dann notwendig wird, wenn die Kosten für das eigene Bauvorhaben später höher ausfallen, als zunächst gedacht. In einem solchen Fall braucht man sehr schnell eine Aufstockung der Kreditsumme, was die Banken sich in der Regel mit recht hohen Zinssätzen bezahlen lassen. So kann es also passieren, dass eine Nachfinanzierung den Kostenrahmen der ursprünglichen Immobilienfinanzierung deutlich sprengt und damit die gesamte Planung auf den Kopf stellt.

Wann kommt eine solche Finanzierung in Frage?

Eine Nachfinanzierung muss immer dann angedacht werden, wenn man als Bauherr plötzlich vor höheren Kosten steht als zunächst gedacht. Diese können beispielsweise durch Verzögerungen beim Bau oder zusätzliche Leistungen auftreten, die sich erst während des Baus als erforderlich erweisen. Darüber hinaus stellt auch ein zu knapp kalkulierter Finanzierungsrahmen einen großen Risikofaktor dar. Wer zudem die Eigenleistungen an seinem Haus zu großzügig plant und später bestimmte Leistungen gar nicht erbringen kann, muss entsprechend zusätzliches Kapital für die Handwerker aufbringen. Gerade dies kann dazu führen, dass die ursprüngliche Kreditsumme nicht ausreicht, um den Bau komplett fertig zu stellen. Eine nachträgliche Aufstockung der ursprünglichen Kreditsumme wird zudem nur in seltenen Fällen gewährt.

Warum ist eine Nachfinanzierung teurer als ein herkömmliches Hypothekendarlehen?

Die Zinskosten für einen zusätzlichen Kredit sind im Regelfall deutlich höher als bei einem herkömmlichen Hypothekendarlehen. Der Hauptgrund dafür liegt in den fehlenden Sicherheiten, denn da die ursprüngliche Baufinanzierung bereits mit einer Grundschuld besichert ist, wird dies bei der Nachfinanzierung üblicherweise nicht durchgeführt. Die fehlende Absicherung und der oftmals sehr zügige Kapitalbedarf sorgen dafür, dass man ein weniger vorteilhaftes Angebot auswählen muss und somit hohe Zusatzkosten zu tragen hat. Da man zudem bereits mit der Baufinanzierung eine hohe Kreditbelastung aufweist, zeichnet die eigene Bonität ein nicht allzu positives Bild für einen zusätzlichen Kredit.

Wie kann man eine nachträgliche Finanzierung umgehen?

Glücklicherweise gibt es einige Maßnahmen, die dabei helfen können, eine nachträgliche Finanzierung mit hohen Kosten zu vermeiden. So sollte man den Finanzierungsbedarf und die Eigenleistungen eher konservativ planen und eine Sicherheitsreserve einbauen. Wer seine Kreditsumme also von vornherein um ca. 3-5% höher ansetzt, kann das zusätzliche Kapital für Notfälle nutzen und die Kosten entsprechend niedrig halten. Viele Banken stellen mittlerweile eine solche Reserveoption von bis zu 20.000 Euro zur Verfügung und man muss keine zusätzlichen Gebühren oder Zinsen zahlen, wenn die Reserve doch nicht in Anspruch genommen wird. In Bezug auf die Eigenleistungen ist es zudem wichtig, das begrenzte Zeitbudget zu überblicken und eine sehr vorsichtige Kalkulation der eigenen Möglichkeiten vorzunehmen. Auf diese Weise verhindert man böse Überraschungen und kann sich schon bald auf die eigenen vier Wände freuen.

Fazit

Als Fazit lässt sich festhalten, dass eine Nachfinanzierung oftmals hohe Zinskosten mit sich bringt, weil keine Sicherheiten gestellt werden können und das Geld oftmals zügig benötigt wird. Es kann immer passieren, dass der Bau eines Hauses teurer wird als zunächst gedacht, was eine zusätzliche Reserve bei der Baufinanzierungssumme nötig macht. Wer zudem die Eigenleistungen konservativ plant und sich nicht übernimmt, benötigt später keine zusätzlichen finanziellen Mittel für entsprechende Fachleute. Mit einer guten Planung und einer entsprechenden Sicherheitsreserve stellt die eigene Baufinanzierung also kein Problem dar und Nachfinanzierungen werden im Regelfall überflüssig.

Quelle: www.Immobilienfinanzierung.com

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